KI und WordPress WP Meetup Hamburg #140

Kapitel 9

Statisch oder generiert

Zwei Arten, wie eine Seite entsteht — und der Unterschied entscheidet, wie verlässlich eine KI daran arbeiten kann.

  • Statisch: Das HTML existiert bereits. Es ist das Ergebnis.
  • Generiert: Das HTML entsteht erst beim Aufruf — aus Datenbank, Theme, Plugins, Filtern und Hooks.
  • Im zweiten Fall schreibst du nicht das Ergebnis, sondern etwas, das das Ergebnis herstellt.
  • Für eine KI heißt das: einmal kann sie prüfen, was sie geschrieben hat — einmal nicht.
  • Dasselbe Modell, sehr unterschiedliche Verlässlichkeit. Nicht wegen der KI, sondern wegen der Entfernung zum Ergebnis.

Was man nicht ansehen kann, bevor es existiert, kann man auch nicht prüfen.

Was jede Seite kostet

Kein Lager gewinnt. Beide zahlen, nur an unterschiedlichen Stellen — und du entscheidest pro Projekt, welche Rechnung dir lieber ist.

  • Statisch — dafür

    Nichts läuft, also kann nichts abstürzen. Kein PHP an der Front, keine Datenbank im Netz, keine Updates am Wochenende. Was du siehst, ist ausgeliefert — du kannst es lesen, prüfen und versionieren. Und es ist absurd billig zu hosten.

  • Statisch — dagegen

    Jede Änderung braucht jemanden mit Zugang zu den Dateien. Keine Rollen, keine Freigaben, kein Redakteur. Und es wächst schlecht: siehe die Treppe auf der nächsten Karte.

  • Generiert — dafür

    Rollen, Rechte, Freigaben, Suche, Formulare, Mehrsprachigkeit — alles da, ohne dass jemand es baut. Der Kunde ändert selbst, so oft er will. Genau dafür wurde ein CMS erfunden, und darin ist es unschlagbar.

  • Generiert — dagegen

    Du schreibst nie das Ergebnis, sondern die Maschine dahinter. Ein Update, ein Plugin, ein Filter — und die Ausgabe ändert sich, ohne dass du etwas angefasst hast. Mehr Fläche, mehr Pflege, mehr, das kaputtgehen kann.

Die Treppe

Es fängt immer gleich an: eine Seite, statisch, fertig. Und dann kommt der Kunde mit dem nächsten Wunsch.

  1. Eine Seite. Reicht völlig. Statisch ist genau richtig.
  2. Eine Kontaktseite dazu. Jetzt brauchst du ein Formular.
  3. Ein Formular. Jetzt brauchst du einen Dienst, der Mails verschickt.
  4. Ein Mail-Dienst. Jetzt brauchst du einen Webhook, den du nicht ganz verstehst.
  5. Ein Video einbetten. Jetzt brauchst du eine Einwilligung.
  6. Eine Einwilligung. Jetzt brauchst du ein Cookie-Banner.

Fünf Schritte von „statisch reicht" zu einem CMS, das du selbst gebaut hast — nur schlechter.